Aus dem Newsletter

ODERNHEIM HAT ZUKUNFT

Seit einigen Jahren sind wir als unabhängige Wählerliste hier in Odernheim aktiv,  haben seitdem für einige Impulse im Gemeinderat gesorgt und verschiedene Aktionen im Ort gestartet.

Wir möchten Ihnen in diesem Newsletter einige unserer Themen und Aktivitäten vorstellen und Sie anregen, sich mit uns Gedanken über die Zukunft Odernheims zu machen. Und vielleicht wecken wir Ihr Interesse, sich auch als unabhängiger Bürger im Ort zu engagieren.

Dazu möchten wir alle Interessierten herzlich einladen!

 

Ausgabe Mai 2014

 


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Ausgabe Januar 2014

Unsere Themen:

Grundversorgung  

Demografischer Wandel

Dorferneuerung

Bootstourismus auf dem Glan

Eselspfad

Fußgänger

 


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Auch in Zukunft sichere Grundversorgung in Odernheim?

 

Die Schließung der Sparkasse sorgte vor einigen Wochen in Odernheim für einiges Aufsehen. Viele Bürgerinnen und Bürger fragten sich auch, wie es denn mit den Läden in Odernheimern weitergeht. Vieles ist in den letzten 10 Jahren weggebrochen. Noch gibt es das Wichtigste im Ort zu kaufen, wenn aber weitere Geschäfte schließen geht, es schon ans "Eingemachte".

Unsere Wählergruppe "Zukunftsfähiges Odernheim" und die SPD hatten daher am 29. Oktober im Saal der Pizzeria Pompeo zu einem Bürgerstammtisch eingeladen. Die zahlreich erschienen Gäste machten deutlich, das dieses Thema ernst genommen werden muss und eine gesicherte Grundversorgung für die Lebensqualität und Anziehungskraft im Dorf eine Voraussetzung ist.

Odernheimer Geschäftsleute informierten zunächst über ihre Perspektiven. Deutlich wurde, dass insbesondere die Einzelhändler keine sicheren Nachfolger haben und Geschäfte demnächst wohl schließen werden. Ursache ist neben dem demographischen Wandel v.a. auch die Konkurrenz durch größere Läden in den Städten. Besser sieht es im Handwerk aus.

Das ist nicht nur in Odernheim so. Insgesamt haben Orte unter 3000 Einwohner mit einem Schwinden des Einzelhandels zu kämpfen. Viele Orte gehen daher andere Wege: Gemeindeleitungen und Vereine nehmen die Grundversorgung in die Hand, sie gründen Dorfgemeinschaftsläden und Märkte, um die Versorgung im Ort sicher zu stellen. Das Land fördert solche Initiativen mit Beratung und Startzuschüssen. Auch Orte wie Sargenroth, Bärweiler und Guldental sind diesen Weg gegangen.

Beim Bürgerstammtisch fanden sich engagierte Bürger, die über die Thematik weiter nachdenken und konkrete Vorschläge erarbeiten wollen. Denn das für Odernheim passende Konzept muss erst noch gefunden werden.

Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich bei Waldo Gründonner, Tel. 961946, melden. Es wäre schön, wenn dabei Engagierte aller Fraktionen zusammenarbeiten.

 

http://www.dorfplanerin.de/nachbarschaftsladen.htm
 

http://msagd.rlp.de/presse/einzelansicht/archive/2010/july/article/zuschuss-fuer-dorfladenagentur-mpunkt-rlp/

 

Einen schönen Film darüber gibt es hier: 

http://dorfladen-netzwerk.de/dorfladen-tv/ard-zdf

 

Über den Laden in Sargenroth berichtet der Öffentliche Anzeiger am 25.10.2013:

http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/hunsrueck_artikel,-Vor-ueber-20-Jahren-Dorfladen-war-der-erste-im-ganzen-Land-_arid,1057886.html

 

Demografischer Wandel in Odernheim
 

Was verwandelt sich da eigentlich?

Gibt es bald nur noch Senioren in Odernheim?

Das passt nicht zusammen, wird doch die Kindertagesstätte immer wieder erweitert.

Aus der Statistik der VG Bad Sobernheim kann man folgendes für Odernheim erkennen, wenn man davon ausgeht, dass die Kinderzahl ungefähr konstant bleibt.

 

Alter/Jahr

2013    

2023

2033

0-20 Jahre  

20 %

20 %

20 %

20-60 Jahre

50 %

42 %

36 %

60-100 Jahre

30 %

38 %

44 %

 

Die Zahl der Berufstätigen nimmt ab, die der Senioren zu. Was können wir daraus schließen? Es gibt zwar weniger Berufstätige, aber es wird auch mehr über 60jährige geben, die statistisch gesehen noch lange nicht pflegebedürftig sind, sondern die eine Aufgabe übernehmen möchten, so ganz ohne Arbeitsdruck, sondern freiwillig - etwas, was ihnen Spaß macht: vielleicht in der Kindertagesstätte vorlesen, wieder aktiv in einemVerein mitarbeiten oder für an Demenz erkrankte Menschen einkaufen fahren. Wertvolle Beiträge für die Menschen in der Gemeinde! Bestes Beispiel in Odernheim: die Rüstigen Rentner, zur Zeit seit Wochen mit dem Vorplatz der Kita beschäftigt.

Es gibt Studien über ehrenamtliches Engagement im Rentenalter, die besagen, dass 1/3 der Menschen sich schon immer ehrenamtlich engagieren und dies dann weiter ausbauen,1/3 auch später kein Interesse zeigt und sich nicht beteiligt und 1/3 gern etwas übernehmen möchte, aber nicht so genau weiß, was es eigentlich alles an Möglichkeiten gibt und wohin man sich wenden muss. Zu welcher Kategorie würden Sie sich zählen?

Die Verbandsgemeinde Bad Sobernheim hat im November 2013 eine Zukunftswerkstatt „Gut leben im Alter“ durchgeführt. Es haben sich daraus mehrere aktive Arbeitsgruppen gebildet, an denen auch engagierte Odernheimer Bürger teilnehmen: Arbeitskreis Information, Arbeitskreis Wohnen, Arbeitskreis Nachbarschaftshilfe. Mitstreiter sind jederzeit erwünscht. Mir persönlich fehlen zwei wichtige Themen, die Senioren betreffen: Barrierefreiheit und politisches Engagement. Worauf würden Sie Wert legen?

Anregungen und Anfragen bei Marlene Jänsch

 

 

Geschwindigkeitsmessgerät


 

Seit einigen Monaten ist das erste Geschwindigkeitsmessgerät im Einsatz und Dank der Spenden zahlreicher Odernheimerinnen und Odernheimern kann die Gemeinde nun auch noch ein zweites Gerät anschaffen. Da die Geräte anverschiedenen Stellen im Ort aufgestellt werden, sollten alle wichtigen Punkte bedient und erfasst werden. Wir haben einmal die folgenden Standorte in eine Karte eingetragen:

 

  • Staudernheimer Straße

  • Rehborner Straße

  • Lettweiler Straße

  • Bahnhofstraße

  • Kirchweg

  • Hauptstraße


 

Wo würden Sie es hinstellen?

 

 

 

 

Ausgabe September 2012

Unsere Themen:  

Rückblick  

Disibodenberg und Hildegard 

75 Jahre Grundschule Odernheim/Interview mit dem Schulleiter Herr Verheyen   

Neubaugebiet

 

 

Rückblick

Seit der ersten Ausgabe von „Odernheim hat Zukunft“ hat sich in Odernheim viel getan. Dies ist sehr erfreu­lich, daher gibt es hier eine kleine Rückschau.

 

Spielplätzeund Kita

Auf allen Spielplätzen ist viel passiert, hier möchten wir allen Helfern und Aktiven herzlich danken. In der Pauli­ne-Mohr-Straße sind einige Spielgeräte aufgestellt und können genutzt werden.

In Maxdorf ist von Pompeo eine neue Schaukel gestiftet und montiert worden. Darüber hinaus haben wir eine Handpumpe installiert, die aber leider aufgrund der Tro­ckenheit derzeit kein Wasser fördert. Die Weidentipis, die mit der NABU-Kindergruppe errichtet wurden, sind gut angewachsen. Leider funktioniert die Seilbahn im­mer noch nicht. Der Spielplatz am alten Kindergarten ist fertiggestellt worden.

Die Kindertagesstätte wurde von Eltern, Rüstigen Rent­nern und weiteren Ehrenamtlichen kräftig unterstützt - war es beim Sommerfest, beim Räumestreichen, beim aufwendigen Zaunbau usw. Es ist ganz großartig, wie viele Bürger und Bürgerinnen sich dort mit ihren Fähig­keiten und ihrem Engagement einsetzen.

 

Buspreise

Um beim Verkehrsverbund auf die ungünstige Wabensituation in Odernheim aufmerksam zu machen und unsere Forderungen nach gerechteren Preisen zu gewährleisten, wurde eine Unterschriftenaktion gestartet.  Auch hat sich Ortsbürgermeister Achim Schick in einem offenen Brief an den Verkehrsverbund gewendet. Es kamen immerhin 300 Unterschriften Odernheimer Bürger zusammen, vielen Dank an die Unterzeichner und ein Dankeschön an den Bürgermeister für die Unterstützung unserer Initiative. Wie gesagt, Odernheim als größtes Dorf der Verbandsgemeinde und nur 5 km vom Verwaltungssitz entfernt, wurde bei der Konzeption der Tarifstruktur 1998 in eine Extra-Zone verlegt worden und die Busbenutzer müssen seither 55 % teurere Fahrpreise bezahlen als z.B. die Monzinger, um in Bad Sobernheim einkaufen zu gehen. Dabei gilt, wie uns bei der Übergabe der Unterschriften in der Rhein-Nahe Nahverkehsverbund (RNN) Zentrale in Ingelheim mitgeteilt wurde, eigentlich das Prinzip: Eine Gebietskörperschaft - eine Wabe, also eine Verbandsgemeinde eine Wabe.  Offensichtlich haben die Wabenkonstrukteure hier einen Fehler gemacht, eigenartig nur, dass 14 Jahre lang dies niemand reklamiert hat. Wir sind jedenfalls jetzt gespannt auf die Reaktion des RNN. Es soll da einen Gutachter geben, der die gesamte Wabenstruktur untersuchen wird, eine Lösung für Odernheim scheint machbar zu sein. Wir bleiben dran. WalterJung

 

 

Geschwindigkeitsmessgerät -

es fehlt nicht mehr viel!

Die Anschaffung des Geschwindigkeitsmessgerätes (wir haben im letzten Newsletter über das Thema ausführlich berichtet) könnte schon bald Wirklichkeit werden. Nach unserem Spendenaufruf und weiteren gezielten Anfra­gen bei Odernheimer Bürgerinnen und Bürgern wurden weitere 1.200 € Spenden zugesagt. Es fehlen damit nur noch 800 € für das Messgerät (Anschaffungskosten ca. 3.000 €), das an verschiedenen Stellen im Ort aufge­stelltwerden könnte. Von der verkehrsberuhigenden Wirkung, die durch viele Untersuchungen nachgewiesen ist, kann so die ganze Gemeinde profitieren. Wer für die Anschaffung dieses Gerätes mit einer Spende beitragen möchte, kann sich bei Arnold Paulus (arnold.paulus@web.de) oder Waldo Grün­donner (gruedo@yahoo.de) melden und wird dann in die Spenderliste aufge­nommen. Wenn derAnschaffungspreis erreicht ist, wer­den alle Spender informiert und zur Überweisung des zugesicherten Betrages auf das Konto der Ortsgemeindeaufgefordert. Wir halten Sie auf dem Laufenden und be­danken uns bei allen bisherigen und zukünftigen Spen­derinnen und Spendern.

 

 

Disibodenberg und Hildegard

Hildegard ist und bleibt Odernheimerin!
Zum Glück - kann man da nur sagen - richtet die katho­lische Kirche gerade in diesem Jahr ihren Blick auf Hil­degard von Bingen.
Eigentlich finde ich das ja etwas überflüssig, uns nach über 800 Jahren der Verehrung der Hildegard als Heili­ger zu erklären, dass sie jetzt erst richtig eine Heilige wurde oder würde.
Uns in Odernheim könnte das alles egal sein. Wir sind ja nicht katholisch - den Schreiber und ein paar andere mal ausgenommen - wenn ...

1. es nicht gerade die bekannten Unstimmigkeiten um den Disibodenberg gäbe und so die Dringlichkeit ver­stärkt wird, dass die Verantwortlichen in Politik, Stif­tung und Kirche nach einer nachhaltigen Regelung su­chen. Dazu gehört auch unsere Gemeindeleitung!
Hildegard hat immerhin die Hälfte ihres Lebens auf dem Disibodenberg verbracht, hat sich aktiv um Leib und Seele ihrer Mitmenschen gekümmert und war ein Ma­gnet,der viele Menschen anzog, die sich ihr anvertrau­ten und von ihr Hilfe holten.
Dass es sich bei ihr um einen außerordentlichen Men­schen handelte, bleibt unbestritten und es ist ein spiritu­elles und kulturelles Erbe, dass uns Odernheimerinnen und Odernheimern hier aufgeben ist.
Wir sind die unmittelbare Nachbarschaft der Heiligen. Der Disibodenberg ist die einzige historische noch er­lebbare und zugängliche Wirkstätte Hildegards, die ge­rade durch ihre Ruinenhaftigkeit und Verwachsenheit einen besonderen Charme ausstrahlt und Hildegards Zeit und Leben den Menschen - seien es nun TouristInnen oder PilgerInnen - nahe bringen kann.
Es ist unser Disibodenberg!

2. die Attraktivität unseres Ortes auch ohne Hildegard außer Frage stünde und wir uns vor Besucherinnen und Besuchern kaum retten könnten.
Tourismus ist ein Wirtschaftszweig, der ganze Länder überleben lässt. Wir haben mit dem Disibodenberg und der Heiligen Hildegard ein Pfund, mit dem wir wuchern können und das Menschen anzieht.
Geben wir diesen Menschen doch Raum und Gelegen­heit hier zu verweilen, sich zuerholen und von hier aus, den weiteren Raum zu erkunden, den wir mit anderen Gemeinden und Städten an Nahe und Glan teilen.
Geben wir unserer Hildegard auch einen Platz in unserer Ortsgemeinde. Vielleicht durch ein "Hildegardstübchen", in dem vor und nach den öffentli­chen Führungen und ökumenischen Gebeten auf dem Disibodenberg, Menschen zu Kaffee oder einem Glas Wein zusammen kommen können und es sich vor oder nach ihrem Besuch auf dem Disibodenberg gut gehen lassen können. Und indem wir uns einreihen in den Hil­degard-Pilgerweg vom Disibodenberg nach Eibingen, zu dem es erste Ideen gibt. Lassen wir diese Gelegenheit nicht an Odernheim vorbei ziehen. Der Hildegard - Herbst ist ein Anfang!
Es ist unsere Hildegard, die hier auf dem Disibodenberg gelebt und gewirkt hat und hoffentlich auch weiterwir­ken kann. Stefan Hartmann

 

 

75 Jahre Disibodenberg - Grundschule

Interview mir Schulleiter Herr Verheyen

 

Kurz nachdem Herr Verheyen vor 25 Jahren die Leitung der hiesigen Grundschule übernahm, hätte er fast seine Schullaufbahn für eine politische Karriere aufgegeben. Nicht nur er ist rückblickend froh, dass er an der Odern­heimer Schule geblieben ist. Auch die Schülerinnen und Schüler und nicht zuletzt auch die Ortsgemeinde haben vom Wirken Herrn Verheyens profitiert. Die Disiboden­berg-Grundschule hat sich trotz schwankender Schüler­zahlen, die manchmal nur knapp über dem erforderli­chen Limit lagen, positiv entwickelt und sich in der re­gionalen Schullandschaft etabliert. Die Schulkinder und deren Eltern schätzen die familiäre Atmosphäre in der Schule und das Engagement der Lehrerinnen. Davonprofitiert natürlich auch die Ortsgemeinde, deren Neu­bürger sich häufig auch gerade wegen der Schule für den Wohnort Odernheim entscheiden. Waldo Gründon­ner und Marlene Jänsch haben Hr. Verheyen besucht und interviewt.

 

Wie viele Kinder lernen zurzeit an der Schule?  

Hr. V.: 72 Kinder inklusive Schulkindergarten gehen inOdernheim in diesem Schuljahr in die Schule, das sind in der ersten und zweiten Klasse jeweils 16, in der dritten Klasse 19 und in der vierten Klasse 13.  

 

Bedeutendiese Zahlen eine Gefährdung für den Schul­standort?

Hr.V.: Gefährdet ist vor allem der Schulkindergarten, der nur mit einer Sondergenehmigung mit acht Schülern in diesem Schuljahr läuft. Es müssten mindestens zehn sein. In Odernheim findet man allerdings das einzige Angebot in der VG (sogar im gesamten westlichen Kreis: VG Bad Sob, VG Meisenheim, VG Kirn-Land, Stadt Kirn). Unklar ist, ob es weiter eine solche Klasse geben wird. Das ist auch nicht planbar, da man von den anderen Schulen im  beschriebenen Gebiet abhängig ist. Die Kinder werden dem Trend nach lieber früh einge­schult und „mitgezogen“ anstatt ihnen noch die notwen­dige Entwicklungszeit zu geben. Auch das Wiederholen einer Grundschulklasse ist nicht gewünscht, da es das Kind demotiviert. Die Schulen werden auch dazu aufge­fordert, sich auf jüngere Schüler einzustellen und Ent­wicklungsdefizite aufzufangen. Aber wie soll das funk­tionieren, wenn wir den gleichen Unterrichtstoff mit dem gleichen Ziel - nämlich einer guten Vorbereitung für die weiterführende Schule – in der gleichen Zeit schaffen müssen?

 

Wie sieht es in den anderen Klassen aus?

Hr.V.: Ansonsten ist die Schulkinderzahl ungefähr kon­stant. Die Klassenmesszahl ist in den letzten Jahren von 28 auf 24 gesunken. Das bedeutet, dass nun zwei Jahrgänge aus mindestens 25 Schülernbestehen müssen, um nicht zusammengelegt zu werden. Hätten wir nicht auch Schüler aus anderen Dörfern, wäre es schon zu Zusammenschlüssen gekommen, die wiederum eine große Unsicherheit und Inakzeptanz bei Eltern auslösen können. Auch die Lehrkräfte sind bis jetzt nicht für diese Veränderungen vorbereitet bzw. ausgebildet. Insgesamt könnte man sagen, dass eine Sicherung des Schulstandortes durch kleine schleichende Ver­änderungen gefährdet werden könnte.

 

Wie sieht die weitere Entwicklung aus?

Hr.V.: Die aktuellen Zahlen der Odernheimer Kinder zeigen, dass die Schülerzahlen in den nächsten Jahren relativ konstant sind, allerdings nach der alten Schüler­messzahl nicht ausreichend für den Fortbestand eigener Jahrgänge wären. Man kann sozusagen aufatmen, dass es weitergeht, aber sich nicht ausruhen nach dem Motto: die Schule ist sicher.

 

Siehaben das zweite Jahr mit der Nachmittagsbetreu­ung begonnen, wie sieht dasResümee aus?

Hr.V.: Es ist ein Erfolgsmodell, aber wir hatten bis zu­letzt viele Schwierigkeiten zu bestehen. Nur aufgrund von zufälligen Informationen durch Eltern, deren Kinder nicht mehr wie vorher in der Kindertagesstätte betreut werden konnten, dank der schnellen Unterstützung durch die Verbandsgemeinde und durch intensive Bemühungen durch die Schule haben wir in kürzester Zeit die Betreuung sicherstellen können. Gäbe es dieses Angebot nicht, wären die Schülerzahlen extrem gefährdet, immerhin sind indiesem Schuljahr über 20 Kinder angemeldet. Leider hat sich die Ortsgemeinde aus diesem Thema komplett herausgehalten.

 

Wie wichtig ist dem Träger der Schulstandort?

Hr.V.: Die Verbandsgemeinde als Träger der Schule ist für die Sachkosten, z.B. Energie, Reinigung, Instandhal­tung und Reparatur zuständig. In den Sommerferien musste zum Beispiel dringend der Glockenturm saniert werden.

Herr Kehl als Bürgermeister ist der Grundschule Odern­heim gegenüber sehr positiv eingestellt. Es gibt zurzeit keine Bestrebungen, die Schule zu schließen. Man muss trotzdem sehr wachsam sein. Spätestens, wenn Haus­haltsberatungen anstehen, wird auch auf die Kosten der Schulen geschaut. Deshalb ist es wichtig, dass die Ver­antwortlichen in den betroffenen Gremien sensibilisiert werden und ihre Stimme für die Sicherung der Schule erheben. In der VG Lauterecken und in Idar-Oberstein sind kleine Schulen geschlossen worden. In Idar-­Oberstein werden Kinder aus ehemaligen Grundschulen nun mit Bussen zu einem Schulzentrum gefahren.

 

Was wünschen Sie sich von der Ortsgemeinde Odernheim für die Schule und um den Schulstandort zu sichern?

Hr.V.: Ich wünsche mir, dass nicht gewartet wird, bis Entscheidungen getroffen werden, sondern schon vorher bei der Meinungsbildung mitgemischt wird. Die Verantwortlichen im Ort sollten, auch wenn die Ortsgemeinde nicht Schulträger und somit für die Schule „nicht zuständig“ ist, zukunftsorientiert für den Erhalt des Schulstandortes argumentieren und handeln. Ein Beispiel dafür könnte das Engagement desTVO sein, die Turnhalle und damit den Verein auf lange Zeit auf eine finanziellgesicherte Basis zu stellen. Als Schule sind wir auf die Turnhalle des TVO und das wohlwollende Mitwirken der Verantwortlichen angewiesen. Ohne Turnhalle wäre der Schulstandort Odernheim höchst gefährdet Hier müsste die Ortsgemeinde Unterstützung anbieten. Auch die Infrastruktur spielt eine entscheidende Rolle für den Schulstandort. Ein Neubaugebiet kann neue Kinder hervorbringen. Selbst kleine Initiativen wie zur Verkehrsberuhigung oder andere, die sich für die Interessen von Kindern und jungen Familien einsetzen, sind Zeichen in die richtige Richtung. Die Politik ist hier gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass junge Leute, ob Odernheimer oder Zugezogene, (zurück) nach Odernheim kommen und hier bleiben. Die heutige Infrastruktur ist noch attraktiv genug, aber auf diesen Gegebenheiten darf man sich nicht ausruhen.

 

Herzlichen Dank!

 

 

Neubaugebiet Lettweilerstraßeschafft sich Odernheim seinen „Ursberg“?

 

Odernheim ist strukturell überschuldet, Geld für Investitionen steht nicht zur Verfügung, kein neuer Traktor für die Gemeindearbeiter, keine Maßnahmen zur Geschwindkeitsreduzierung, zur Rettung des Eselspfades etc. Deshalb ist es erstaunlich, dass die Ortsgemeinde die Erschließung des schon vor Jahren beschlossenen Neubaugebietes nun selbst in die Hand nehmen und finanzieren möchte.

Vor mehr als 5 Jahren schon hat der Gemeinderat die Ausweisung eines Baugebietes am Lettweiler Weg beschlossen. Die Gemeinde müsse seinen Bürgern und vor allem auch künftigen Neubürgern attraktive Bauplätze zur Verfügung stellen. Eine stichhaltige Begründung, will man doch die bisherige Attraktivität Odernheims erhalten und ausbauen. Angesichts der relativ zügigen Bebauung im Disibodenbergblick kann man das auch nachvollziehen.

Seit gut 2 Jahren war man auf der Suche nach einem Entwicklungsträger, der die Finanzierung übernehmen sollte. Wegen der knappen Haushaltslage eben. Bisher wurde kein Investor gefunden, offenbar werden die Verkaufsaussichten als zugering eingeschätzt. Oder auch, weil die Gemeindeleitung nicht bereit war, nicht vermarktete Grundstücke irgendwann vom Investor zurück zukaufen. Staudernheim beispielsweise musste gerade die Grundstücke am Ursberg vom Investor zurückkaufen, das Wohngebiet belastet den Gemeindehaushalt mit 866.000 Euro. Insofern war man vorgewarnt und wusste, worauf zu achten ist.

Die neue Idee, die Erschließung selbst zu machen und zu finanzieren, hilft zwar momentan, die Planung weiter voranzubringen. Für die Baumaßnahmen müssen mittelfristig aber sicherlich mehrere Hunderttausend Euro „in die Hand genommen“ werden, Geld, das bisher keiner hat. Schon gar nicht die Ortsgemeinde. Hier taucht aber ein Argument auf, das etwas erstaunt: „Wenn uns die Kommunalaufsicht das bewilligt, dann machen wir es auch.Die Fragen, ob das ökonomisch vernünftig ist, wie hoch die Folgekosten sind, wer sie bezahlt und wie sich das Risiko minimieren lässt, werden weitgehend ausgeblendet. Der Kommunalaufsicht gegenüber wird mit „verbindlichen Kaufzusagen“ argumentiert. Es handelt sich aber wahrscheinlich nur um Kaufabsichtserklärungen, verbindlich können diese nicht sein, da die Grundstücke noch nicht mal geplant sind und daher auch nicht zugeteilt werden können, auch die Kosten sind bisher nicht bekannt. Nicht auszudenken, wenn in drei oder vier Jahren die Straßen und Laternen gebaut sind, die Interessenten sich aber woanders Bauplätze gefunden hätten. Dann hätte Odernheim seinen Ursberg, auch ohne Investor.

Bei der weiteren Planung sollte der Gemeinderat hier dringend seine Hausaufgaben machen:

- noch einmal analysieren, warum keine Investoren gefunden werden konnten und evtl. diese Suche fortführen

- überprüfen, wie verbindlich dieverbindlichen Kaufabsichtentatsächlich sind und schon frühzeitig das Gespräch mit den Interessenten suchen

- baldmöglichst ein tragfähiges Finanzierungkonzept erarbeiten, das die Risiken für die Ortsgemeinde minimiert

-überprüfen, ob das jetzige Vorgehen durch den Gemeinderatsbeschluss, einen Investor zu suchen und für die Gemeinde keine Kosten zu verursachen, gedeckt ist

- den Bürger/innen erklären, wie die Finanzierung erfolgen soll, welche Risiken bestehen und wer die Schulden und die Unterhaltungskosten bezahlen wird, wenn nicht ausreichend Grundstücke verkauft werden könne. Günter Schönegg

 

Zwischenruf

 

War ganz schön was los in den letzten Wochen in Odernheim. Um die Zukunft des Disibodenberg wird gestritten, was das Zeug hält. Die Odernheimer haben plötzlich ihre Hildegard entdeckt. In kurzer Zeit wurde ein passables Hildegard-Herbst Programm aufgelegt mit Ausstellungen, Vorträgen, Filmen, Konzerten, man könnte fast meinen, es ist ein Wettpreis zwischen den Vereinen und Initiativen ausgeschrieben worden. 300 Bürgerinnen fordern billigeres Busfahren. Auf Orum-Online wird plötzlich diskutiert, ob Funkturm, Disibodenbergblick oder Parkplatzsituation, plötzlich hat jeder eine Meinung, und es fehlt nicht an guten Ideen und Initiativen. Ausgerechnet einem Staudernheimer fällt’s auf: er schreibt auf Orum-Online „...ich bin als Staudernheimer bin doch immer wieder über die Kreativität der Odernheimer erstaunt. Nicht nur dass sich im allgemeinen um Dinge des Odernheimer Geschehens gekümmert wird, nein, man macht sich auf vielen Ebenen Gedanken und setzt diese dann auch um. Hut ab.

 

Ausgabe April 2012

  

Unsere Themen

 

Mehr Bürgerbeteiligung durch Bürgerstammtisch

Kindergarten und Spielplätze

Neues Tourismuskonzept „Kloster Disibodenberg“

Odernheimer fahren 40 - braucht Geschwindigkeitsmessgerät

Odernheimer zahlen zu viel

Leben und Arbeiten in Odernheim

Keine Satire

 

Mehr Bürgerbeteiligung durch Bürgerstammtisch

 

Vor der letzten Bürgermeisterwahl wurde von den Kandidaten bei einer öffentlichen Befragung versprochen, dass sie im Falle ihrer Wahl auch die BürgerInnen stärker an den Entscheidungen im Ort teilhaben lassen wollen.  

 

Die Realität sieht derzeit anders aus. Zwar gibt es immer mal wieder zu einzelnen Themen aktive Arbeitsgruppen, die z.T. in den folgenden Artikeln vorgestellt werden, doch vieles an Bürgerengagement und Beteiligung ist in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen oder ganz auf der Strecke geblieben. Die Arbeitskreise der Dorferneuerung sind mangels Unterstützung durch die Gemeindespitze eingeschlafen, die letzte Einwohnerversammlung liegt schon weit zurück und die Ratssitzungen kommen nur aufgrund von dringlichen Tagesordnungspunkten zu Stande, von Regelmäßigkeit keine Spur.

 

Damit sich Bürger und Bürgerinnen in die Gemeindearbeit einbringen und konstruktiv an der Lösung von aktuellen Frage- und Problemstellungen beteiligen können, müssen diese  öffentlich diskutiert werden. Ansonsten werden immer mehr engagierte BürgerInnen das Handtuch werfen. Für die Gemeinde ein ungeheurer Verlust, den sie sich eigentlich nicht leisten kann. Um die vielfältigen Anforderungen in der Gemeinde zufriedenstellend zu lösen, benötigen wir einen breiten Diskurs, in den so viele BürgerInnen wie möglich eingebunden sind. Nur über eine „modern“ und „offen“ geführte Gemeinde kommen wir zu einem aktiven Dorfleben, in dem die BürgerInnen sich engagieren.  

 

Wir vermissen einen regelmäßigen Austausch zu aktuellen Themen mit entsprechenden Informationen. Das muss überparteilich z.B. in einer Art Bürgerstammtisch stattfinden.

 

Geht es Ihnen ähnlich? Dann unterstützen Sie uns, einen regelmäßigen „Bürgerstammtisch“ ins Leben zu rufen. Sprechen Sie unseren Bürgermeister oder die Ratsmitglieder an und fordern diese auf, eine offene Gemeinde zu führen und ein solches Forum einzurichten. Es gibt sicherlich viele Odernheimerinnen und Odernheimer, die sich zu solchen Treffen einfinden würden. Sprechen Sie uns an oder diskutieren Sie zu diesemThema mit auf: www.orum-online.de.

 

Kindergarten und Spielplätze

 

Die Gemeinde hat bereits reagiert

In der Kindertagesstätte wurde die Zahl der Plätze für zweijährige (sogenannte U3) Kinder von 12 auf 19 angehoben. Dafür waren bauliche und personelle Veränderungen erforderlich. Im Jahr davor ist bereits der Waschraum saniert und auch für Zweijährige nutzbar gemacht worden. Die Gemeindeleitung hat hier entsprechend reagiert und die Attraktivität der Kindertagesstätte gesteigert. Zu Begrüßen ist ebenfalls der gemeinsame „Runde Tisch“ von Bürgermeister, Kindergartenteam, Elternausschuss und Förderverein, der die Kommunikation der beteiligten Personen untereinander wesentlich verbessert hat.  

 

Das nächste Projekt wartet nicht. Der Boden der Außenanlage in der Kindertagesstätte ist in einem sehr schlechten Zustand. Einen Rasen anzusäen ist wegen des großen Schattens und des ständigen Platzbedarfes fast nicht möglich. Die Alternative einer Gesamtsanierung müsste die Gemeinde ins Auge fassen, aber hier sind die Fördermittel wesentlich eingeschränkter als beim Containeranbau. Ausruhen ist also keineswegs möglich. Die nächsten Herausforderungen sind zu meistern. Hier müssen vor allem die vorhandenen Spielgeräte dringend aufgebaut werden.

 

Spielplätze

Wo spielen die vielen Kinder, die noch nicht in die Kindertagesstätte gehen? Was machen die Eltern und Großeltern am Nachmittag in Odernheim, wenn sie sich auf einem Spielplatz treffen wollen? Wo begegnen sich die Menschen, Freunde, Generationen?

Auf die Initiative von ZufO hat die Gemeindespitze 2009 einen Arbeitskreis zur Erneuerung der Spielplätze gegründet sowie 5000 € in den Haushalt aufgenommen. Dazu kamen 3000 € gespendete Preisgelder (Draisinenwettbewerb/NABU-Kinder). Ein Gesamt­konzept für Odernheimer Spielplätze (Pauline-Mohr-Straße, Apfelgraben, Staudernheimer Straße) wurde seitens der Gemeinde leider nicht befürwortet. Dafür wurden vom Arbeitskreis Spielgeräte für den Spielplatz Pauline-Mohr-Straße ausgesucht, welche seit Herbst 2010 eingelagert sind und endlich aufgebaut werden müssen!

 

Währenddessen erstellte die Kindergruppe des Natur­schutzbundes (NABU) in Eigeninitiative zusammen mit der Wählergruppe ZufO ein Weidentipi am Apfelgraben. Der Vorschlag zum Bau einer Spiel-Wasserpumpe (wie in Obermoschel) wurde von der Gemeindespitze abgelehnt. CDU- und SPD-Fraktion haben jeweils Initiative gezeigt und zwei Bänke (amApfelgraben) aufgestellt sowie Reparaturen (am alten Kindergarten) durchgeführt.  

 

Man merkt, es sind Menschen da, die sich beteiligen, die mitreden möchten, die mitgestalten wollen, die anpacken würden, Mütter, Väter, die Kinder selbst, Großeltern, Rentner, Paten… Der Bürgermeister hat versprochen, dass es in der Pauline-Mohr-Straße bald losgehen soll. Am alten Kindergarten gab es eine Aktion im März durch die SPD.

Zufo lädt alle ein, mit anzupacken: am Samstag, 12. Mai 2012 am Apfelgraben.  Dort wollen wir auf eigene Kosten eine Wasserpumpe zum Spielen einrichten. Weitere Informationen dazu folgen!

 

Geschwindigkeitsmessgerät für mehr Sicherheit im Ort

 

Verkehrssituation im Ort

„Der Autoverkehr im Ort ist insgesamt zu schnell, vorhandene Verkehrsregeln werden zu wenig befolgt.“ Diese Aussagen sind bei Diskussionen über den Verkehr im Ort immer wieder zu hören. Dabei sind nicht nur die Anwohner der Durchgangsstraßen betroffen. Auch die, die im Ort zu Fuß oder gar mit Kinderwagen oder Rollator unterwegs sind, klagen über diese Situation. Die Schulkinder müssen Ampeln überqueren, an denen bei Rot nicht immer alle Fahrzeugehalten. Schon öfters wurde vor allem an der Schule beobachtet, dass Autos auch bei Rot weiterfahren.

 

Aktion Odernheimer fahren 40

Mit der Aktion „Odernheimer fahren 40“, die im Herbst 2010 gestartet wurde, sollte im Ort für einen langsameren und angepassten Fahrstil geworben werden. Die Idee ist einfach und wirkungsvoll: „Wenn wir Odernheimer nur 40 fahren, müssen zumindest die, die hinter uns herfahren, auch langsamer machen und alle Fußgänger und Anwohner haben weniger Lärm und Gefährdung“. Die Aufkleber zu der Aktion waren schnell vergriffen und fahren nun auf einigen Autos durchs Dorf. Leider ist die Aktion mittlerweile etwas in Vergessenheit geraten.

 

Geschwindigkeitsmessgerät soll angeschafft werden

Einen neuen Impuls könnte die Anschaffung eines Geschwindig­keitsmessgerätes bringen. Die Wirksamkeit solcher Anzeigetafeln ist nachgewiesen, der Ortsgemeinderat hat bereits beschlossen  1.000 € beizusteuern. Ein Termin mit der Verkehrswacht und einem Anbieter solcher Messgeräte ergab, dass der Standort kurz hinter der Einfahrt zum Hofacker am besten geeignet ist. Die Chancen, dass Autofahrer mehr auf die Geschwindigkeit achten und dann auch die rote Ampel nicht übersehen, sind hier besonders hoch und besonders wichtig.

 

Spenden sind notwendig

Das Engagement seitens der Ortsgemeinde hat unterdessen leider wieder etwas nachgelassen. Das liegt unter anderem auch an den fehlenden finanziellen Mitteln für die Anschaffung eines Messegerätes. Die Kosten liegen bei ca. 3.000 € pro Gerät, so dass wir auf Spenden zu Finanzierung angewiesen sind. Deshalb unser Aufruf an alle Odernheimerinnen und Odernheimer: Helft mit, ein solches Geschwindigkeitsmessgerät anzuschaffen. Am besten durch eine zweckgebundene Spende an die Gemeinde (Stichwort: „Geschwindigkeitsmessgerät) oder durch öffentliche Unterstützung dieser Idee. Sprechen Sie einfach den Bürgermeister oder die Ratsmitglieder darauf an und drängen Sie auf eine schnelle Umsetzung dieser einfachen, aber vor allem für die Sicherheit der Fußgänger wichtigen Maßnahme.

 

 

Leben und Arbeiten in Odernheim

 

Die meisten Odernheimer wissen, dass eigentlich kein Geld für Investitionen in den Ort vorhanden ist. Ein Blick in die Gemeindestatistik Rheinland-Pfalz verrät, woran das liegt. Das Gewerbesteueraufkommen pro Kopf lag 2010 in Odernheim bei 14 Euro, im Landesdurchschnitt (RLP) lag er bei Gemeinden unter 2000 Einwohnern bei 131 Euro. Die Zahl macht in drastischer Weise deutlich, dass in Odernheim wenig produziert und verdient wird.

 

Der Strukturwandel ist in vollem Gange

War Odernheim bis in die 50er Jahre noch überwiegend von Landwirten, Winzern und Handwerkern bewohnt, spielen diese heute nur noch eine kleine Rolle. Von den ca. 540 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind fast 500 Auspendler, sie leben also hier, arbeiten aber woanders.

Darüberhinaus gibt es aber auch einen echten Strukturwandel. Die beiden großen Mühlen sind zu einer Therapieeinrichtung und zu einem Biobetrieb mit Tagungshaus geworden, das alte Lagerhaus zu einer Kunstgalerie und einer Computerservicefirma. ZufO hat alle mehr als 80 Freiberufler  und Gewerbetreibenden erfasst.  Neben den traditionellen Betrieben (Handwerk, Landwirtschaft, Gastronomie) liegen die Schwerpunkte in den Bereichen Umwelt, Tourismus, Internethandel, Gesundheit und in kreativen und künstlerischen Bereich. Einige davon haben auch Arbeitsplätze geschaffen, z.B. das Planungsbüro Gutschker-Dongus oder die Baumgärtner.

 

Odernheim ist attraktiv für junge umweltbewusste kreative Unternehmensgründer

Odernheim ist durchaus attraktiv: die Infrastruktur ist noch sehr gut (Öffentliche Verkehrsanbindung, Schulen, Kindertagesstätte, Ärzte, Einzelhandel, schnelles Internet  …), Wohnraum relativ günstig – dazu die wunderbare Lage, eine ins gesamt weltoffene Einwohnerschaft, ein interessantes und vielfältiges soziales Leben in Vereinen und Initiativen.

 

Wir glauben, dass noch mehr möglich ist

ZufO hat gemeinsam mit der Galerie Jung ein Faltblatt erstellt, dass ich gezielt an junge Unternehmensgründerin kreativen Branchen (Umwelt, Information, Kunst- und Kultur,  Medizin…) wendet, um ihnen Odernheim als Standort schmackhaft zu machen. Das Faltblatt liegt bei Gutschker-Dongus und in der Galerie Jung aus. Gemeinsam mit Orum-online.de wurde auf der Grundlage des Faltblattes eine Internetseite erstellt. ZufO bietet darüber hinaus interessierten Gründern eine Beratung an. Geplant ist ein Werbefilm, welcher im Internet zu sehen ist.

 

Odernheimer zahlen zu viel!

 

Die derzeitige Wabenstruktur des Rhein-Naheverkehrsbundes benachteiligt massiv die Busnutzer von Odernheim. Während man aus Monzingen kommend für die Fahrt ins knapp 5 Kilometer entfernte Bad Sobernheim für eine Fahrt 1,75 € bezahlt, müssen die Odernheimer bei gleicher Entfernung 2,70 € für die Einzelfahrkarte bezahlen. Selbst die Fahrt nach Staudernheim (2,3 km) kostet 2,70 €.

 

Schaut man sich den Wabenplan an, so sieht man, wie isoliert Odernheim hier ist. Lediglich nach Lettweiler kann man günstig zu 1,75 € fahren. Zwischen Odernheim und Duchroth wurde extra noch die Wabe 415 eingefügt, weil die Entfernung angeblich so groß ist (3,8 km).  Und auch das 4 Kilometer weite Rehborn liegt wieder in einer nächsten Wabe.


Eine optimale Regelung wäre, wenn die Wabe 420 und 416 bis Odernheim reichen würde und Odernheim auf dem Schnittpunkt liegen würde, wie Monzingen  und Meddersheim. Dann könnten wir nach Bad Sobernheim und Meisenheim jeweils zum günstigen Tarif von 1,70 € fahren.

 

Vorsicht, Satire!

 

Nachdem die Klosterruine auf dem Disibodenberg für Besucher geschlossen wurde, hat die Ortsgemeinde unter Beteiligung internationaler Tourismusexperten ein zukunftsweisendes Alternativkonzept erstellt. Eine kulturhistorisch so bedeutsame und zeitgeschichtlich herausragende Attraktion darf der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden. Die Interessenskonflikte zwischen kurzsichtigen privaten und öffentlichen Akteuren dürfen nicht zum Totalverlust dieser geistlichen Erfahrungsstätte führen.

Deshalb wird unter der Führung der Ortsgemeinde Odernheim die Klosterruine an neuer und verkehrstechnisch günstig gelegener Stelle wiederaufgebaut. Die Touristenbusse werden zum neuen Disibodenberg geleitet, der sich innerhalb des Kreisels am Ortsausgang erhebt. Die Besucher dürfen sich dann vom Disibodenbergblick aus dem Kloster nähern, um nach kurzem Fotoshooting weiter ins nette Städtchen Meisenheim zu fahren. Dort gibt es dann entsprechende Gastronomie für einen gemütlichen Kaffeenachmittag.

 

 

 

 

 

 

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