Herzlich Willkommen auf unserer Internetseite!

 

Wir als Mitglieder der Wählergruppe

ZUKUNFTSFÄHIGES ODERNHEIM (ZufO)

Liste Gründonner 

 

freuen uns über Ihr Interesse an unseren Ideen und deren Umsetzung.  Wir wollen auf diesen Seiten versuchen, einen Überblick über Inhalte und Aktionen unserer Gruppe zu geben. Sie haben die Möglichkeit, sich darüber zu informieren und uns Ihre eigenen Gedanken und Meinungen zu senden. Es gibt viel zu tun und wir laden Sie dazu ein, sich am Dorfentwicklungsprozess aktiv zu beteiligen! Sprechen Sie uns an! Machen Sie mit!  

 

AKTUELL  

 

Nachbarschaftsladen Wilke schließt!

Die Situation des Einzelhandels in Odernheim verschlechtert sich. Wir wollen die aktuelle Lage zum Anlass nehmen zu überlegen, wie und was die Odernheimer und Odernheimerinnen dazu beitragen können, damit eine Grundversorgung im Ort erhalten bleibt. Dazu laden wir Sie und Euch ganz herzlich ein:

Dienstag, 22. November 2016,

20:00 Uhr im „Güldenen Löwen“

Nur gemeinsam können wir die Situation verbessern! Ob Nachbarschaftsladen, ein mobiles Angebot oder noch ganz andere Möglichkeiten – Ihre und Eure Ideen sind hier gefragt! Wir Odernheimer Bürgerinnen und Bürger haben es selbst in der Hand und können die Initiative ergreifen. Deshalb freuen wir uns auf Euer Kommen!

Alexandra Westermeyer von der Schneiderei Hexenstich hat im Juli schon ein Statement veröffentlicht, was wir hier gerne nochmals abdrucken. Sie verdeutlicht ausdrücklich, dass es hier nicht nur um eine Ladenschließung geht, sondern generell um die Tatsache, dass wir die Lebendigkeit unseres Ortes erhalten sollten.

 

Achtung Text!
heute möchte ich uns alle, die Odernheimer, darum bitten mal darüber nachzudenken, wie Odernheim in, sagen wir mal 10 Jahren, aussehen soll. Ob es ein lebendiges oder ein totes Zuhause sein soll.
Mit unserem Konsumverhalten steuern wir hier im Ort, ob Arbeitsplätze erhalten oder verloren gehen, Existenzen aufblühen oder untergehen, ob es belebte kleine Läden gibt oder nur noch leere tote Geschäfte...

Ich kann hier nur für mich sprechen, aber ich weiß, daß dies alle unsere Geschäftsleute und Gastronomen betrifft. Ich weiß auch, daß die Preise manchmal etwas höher sind als in den großen Ketten und Firmen, aber wir alle sind Kleinabnehmer für Waren ( ich Stoffe usw.) und bekommen nicht die Einkaufspreise wie ein Großhandel - ich bezahl den gleichen Preis für Stoff wie DU. Wir alle wollen faire Preise und einen fairen Lohn - glaubt ihr wirklich Großkonzerne zahlen faire Löhne? Wie oft wurde jeder von uns schon wegrationalisiert, bekam Weihnachtsgeld gestrichen...

Ich bitte Euch: kauft lokal! Das schont im übrigen auch die Umwelt.

In diesem Sinne auf ein lebendiges Orum.
Schönes Wochenende
Eure Alex

 

 

 

 

Einige Wochen vor der Entscheidung der Ladenschließung hat Marlene Jänsch mit Frau Wilke folgendes Interview geführt:

 

Liebe Frau Wilke, vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben, mit mir ein Gespräch zu führen. Seit zwei Jahren führen Sie nun das Geschäft von Familie Wagner weiter. Wie lange arbeiten Sie denn schon hier?

Frau Wilke: Also, ich habe schon hier gelernt, bin aus der Schule mit 14 und habe direkt die Lehre gemacht. Das dürften 35, 36 Jahre her sein.

Dann hängen Sie ja wahrscheinlich sehr daran…

Frau Wilke: Ja, deshalb wollten mein Mann und ich das auch weitermachen. Mir macht eigentlich auch alles Spaß, nur das Büro, das macht mein Mann. Ich bereite alles vor, das Schriftliche, die Bestellungen und Rechnungen.

Was würden Sie denn im Rückblick auf die zwei Jahre sagen wollen?

Frau Wilke: Es war die ganze Zeit noch nicht richtig gut. Wir hatten immer mit Schwierigkeiten kämpfen, die nichts mit der Kundschaft zu tun haben, denn die Kunden, die kommen. So das Gesamtpaket, das Drumherum, das erste halbe Jahr die Baustelle, dann die vielen Unkosten, Strom – wir haben viele veraltete Geräte -, Krankenkasse, Steuerberatung… und wir brauchen immer zwei Leute im Laden. Am Ende kommt zu wenig raus, um überhaupt etwas investieren zu können. Wir sind da nicht blauäugig vorgegangen, wir wussten, was auf uns zukommt. Es war schon immer so, dass viele Odernheimer kamen und manche nie oder nur ganz selten. Das ist halt so. Es kommen auch viele Laute, aber was dabei rauskommt, reicht nicht.

Was würden Sie sich denn wünschen, wenn Sie könnten?

Frau Wilke: Dass der Laden mehr anerkannt ist im Ort. Ja, das manche Leute nicht nur Ratschläge geben, sondern sich ein Bild machen und auch nicht immer alles besser wissen. Aber investieren würde ich schon, wenn ich Geld zur Verfügung hätte. Ich würde eine andere Kühltheke kaufen, zum Beispiel eine, die vorne zu ist. Da geht viel Energie verloren, wenn die immer offen ist. Vor allen Dingen die Kühlung, die müsste anders sein. Die eine Gefriertheke ist jetzt kaputt. Ich kann auch keine neue mehr kaufen. Das funktioniert nicht. Wir hätten sogar jemanden, der es auch so machen würde mit dem Reparieren, aber selbst das würde noch 500 Euro an Material kosten. Das ist einfach nicht drin. Das bleibt einfach nicht übrig. Am Ende vom Monat. Außerdem kosten die alten Geräte auch viel Strom. Was ab Januar ansteht, ist ein neues Kassensystem. Das fordert das Finanzamt. Wir versuchen das noch hinauszuzögern, aber bezahlen können wir das wohl nicht.

Was lohnt sich denn bei Ihnen am meisten?

Frau Wilke: So Brötchen und Brot und Zigaretten, das hat man dabei, das zieht Kundschaft an, aber da verdient man nicht viel. Und wenn die Leute kommen und sehen noch etwas Anderes, dann nehmen sie das vielleicht auch noch mit. So, deshalb haben wir auch Backwaren und Wurst, auch wenn der nächste Metzger nebendran ist, es war halt schon immer so.

Fragen Sie auch manchmal, was die Leute so wollen oder gibt es da bestimmte Wünsche?

Frau Wilke: Das versuchen wir zu erfüllen, wenn jemand fragt, da versuchen wir die Wünsche zu erfüllen. Was machbar ist, machen wir. Wenn die Menge zu groß ist, die ich abnehmen muss, dann kann ich den Wunsch manchmal auch nicht erfüllen. Ja, wenn es kleinere Menge sind, gern, aber sagen wir mal, wenn es um eine andere Butter geht und dann muss ich vierzig Päckchen abnehmen, das geht dann nicht. So Sachen. Alles andere versuchen wir schon zu erfüllen. Freitags bieten wir auch einen Lieferservice an. Man kann anrufen, was man haben will oder auch herkommen und es sich zusammenstellen, dann wird abends geliefert, auch Getränke, egal, es wird auch in den Keller gebracht, wenn es sein muss. Das macht dann mein Mann.

Wie realistisch sehen Sie die Zukunft? Die Schließung während der Herbstferien und auch die Nachmittage am Montag und Dienstag klingen bedrohlich.

Frau Wilke: Den Jahresurlaub haben wir uns verdient. Jeden Tag – wir haben ja auch am Sonntagmorgen geöffnet – müssen wir in den Laden und eine komplette Vertretung lohnt sich nicht. Und nach dem Urlaub geht es weiter und wie lange, kann ich einfach nicht sagen. Wie es sich ergibt. Montag und Dienstagnachmittag, das hat sich nicht mehr gelohnt. Früher, da haben wir da Ware gekriegt, aber das hat die Edeka eingestellt, die kommen nur noch mittwochs und freitags. Das Gemüse bekomme ich sowieso nach Wunsch auch jeden Tag von einem regionalen Händler. Da könnte ich auch für die Kunden kleinere Mengen besorgen.

Wünschen Sie sich etwas von der Gemeindeleitung?

Frau Wilke: Nein, der Bürgermeister hat ja schon was gemacht und sich eingesetzt. Ich wüsste nicht, was der noch machen soll. Und wegen des Dorfladens: Tja, das kann ich mir nur ganz schwer vorstellen. Wer soll dann die Entscheidungen treffen? Und wieso soll da mehr Umsatz gemacht werden, damit es sich lohnt? Wie will denn dann der Laden investieren oder mehr Umsatz machen? Das kann ich mir nicht vorstellen.

Aber für den Ort wäre solch eine Überlegung ja schon sinnvoll. Sie hätten einfach schon viel Erfahrung. Vielleicht würde sich der Umsatz steigern, weil es nicht mehr privat oder genossenschaftlich ist. Und man würde vielleicht Förderungen erhalten.

Frau Wilke: Auch wenn ich es mir nicht vorstellen kann, bin ich da im Prinzip offen. Denn ich lebe für diesen Laden, ich fange jeden Morgen gegen 6 Uhr an und abends: Sie wissen ja, wann wir schließen. Ich würde auf jeden Fall gern weitermachen. Das ist mein Leben.

Herzlichen Dank, Frau Wilke, für Ihre Offenheit und Erzählfreude, alles Gute und einen erholsamen Urlaub!

 

 

 

 

 

 

 

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